Rheinauhafen 2016
Auf der Suche nach Spiegelungen und transparenten Räumen

25

MAI, 2016

Transparenz
Spiegelung
Rheinauhafen
Köln

Seit geraumer Zeit arbeite ich an einem Projekt, das ganz zufällig entstand. Als ich eines Tages durch eine große Scheibe fotografierte, sah das Ergebnis recht verwirrend aus. Das gefiel mir.

Im Sommer 2015 führten wir mit einigen Freunden der Fotografischen Arbeitsgemeinschaft Brühl einen Fotowalk im Rheinauhafen Köln durch. Durch ein großes Fenster des Sport- und Olympiamuseums sah ich Paul Ripke, wie er gerade seine Ausstellung zu „One Night in Rio“ aufbaute, die am nächsten Tag eröffnet werden sollte. Die Sony Alpha 6000 im Anschlag reagierte ich schnell und machte ein Bild. Da ich etwas von der Scheibe entfernt stand, spiegelte sich alles hinter mir darin. Diese Spiegelung vermischte sich mit dem Rauminneren und den großen Fenstern auf der anderen Seite Richtung Rhein. Ich ließ noch einige dieser Aufnahmen folgen und hatte einen riesigen Spaß dabei.

Davor, dahinter oder dazwischen.

Rheinauhafen, Juli 2016 Sony Alpha 6000 / Sigma Art 30mm

Ich mag das total, wenn Bilder Fragen offen lassen. Wenn sie Verwirrung stiften. Fortan achtete ich bei meinen Touren auf ähnliche Gegebenheiten. Besonders auf große Räume mit riesigen Fenstern oder Glasfronten, lichtdurchströmt und am besten von der Rückseite ebenfalls offen. Oder Schaufenster, deren Auslage sich mit der Spiegelung des Hintergrundes vermischt. Abends aus einem beleuchteten Cafe oder Bistro auf die Straße oder einen Marktplatz heraus fotografieren kann ebenso interessant sein.

„Je größer die Verwirrung, umso besser ist das Bild“

Im Mai 2016 war es dann wieder soweit und ich unternahm mit Alexander Heine, einem Freund aus Düsseldorf, einen Fotowalk durch den Rheinauhafen in Köln. Er wunderte sich anfangs, was ich da wohl immer fotografieren würde weil ich an (fast) jedem Fenster stehen blieb. Doch dann fand auch er seinen Gefallen daran, durch große Scheiben in Räume und wieder heraus zu fotografieren. Alex ist überwiegend Street-Fotograf und fand so heraus, dass es sich gut miteinander vermischen lässt.

Spiegelung in einer Edelstahlsäule.

Photograph by Martin Seraphin

Wir hatten Spaß ohne Ende, den Rheinauhafen rauf und wieder runter. Scheiben, Räume, Tranzparenzen, Fassaden und Strukturen (kann ich als Texturen immer gebrauchen). Zwischendurch auch mal ein wenig Street-Fotografie und gaaaanz wichtig: Kaffee! Irgendwann schaffe ich es bestimmt auch mal ins Schokoladenmuseum – ich als Schoko-Junkie muss da mal rein 🙂

Neben den Tipps, mal ganz anders zu fotografieren, habe ich aber im Rheinauhafen einen ganz besonderen Tipp für euch. Wenn ihr schon mal dort seid, geht ganz bis zum Ende (vom Dom aus gesehen) und esst ein paar Pommes an der wohl berühmtesten Pommesbude von Köln. Die Wurstbraterei aus dem Kölner Tatort, an der die Kommissare Ballauf und Schenk sich stets bei einer Bratwurst beraten. Die Pommes sind klasse und ihr fühlt euch wie im Tatort!

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